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All
compositions by Manfred Schulze
Recorded by Jost Gebers live during the 'Grenzüberschreitungen'
on May 2, 1985 in Wuppertal (Nummer 12) and on July 19,
1986 at the FMP-Studio, Berlin.
Produced by Jost Gebers
Cover design/Layout: Manfred Kussatz
Photos: Antje
Zeis, Gerd Neumann, Dagmar Gebers
Liner
notes: Bert Noglik
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| First
published in October 1997 |
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Aus
dem Booklet:
... die Aufnahmen aus den Jahren 1985/86 offenbaren das
ganze Spektrum der Musik Manfred Schulzes für Bläserquintett.
(...) Das erste Bläserquintett stellte Manfred Schulze bereits
1969 zusammen. Vor den Proben, erinnert er sich, legte er
manchmal eine Platte mit der Aufnahme einer Komposition Arnold
Schönbergs für Bläserquintett auf, um die Kollegen einzustimmen.
Die frühen Versuche, Verständnis zu gewinnen, erwiesen sich
als weitgehend vergeblich.
Manfred Schulze geriet zwischen die Lager, war in seinem Willen
zur Improvisation und in seinem expressiven Gestus viel zu
stark vom Jazz geprägt, um sich der Neuen Musik anzunähern,
und entfernte sich doch zugleich von der Nachahmung des amerikanischen
Jazz, bereits lange vor der Free-Jazz-Emanzipation. (...)
Auch später, in den Zeiten des aufbrechenden Free Jazz, wurde
er missverstanden, denn Schulzes Konzept war viel zu stark
kompositorisch geprägt, um sich vorbehaltlos mit der gänzlich
freien Improvisation assoziieren zu können. (...)
Manfred Schulze empfand eine starke Bindung an die mitteleuropäische
Kulturtradition. Hindemith, Schönberg oder Webern, aber auch
Bach und die deutsche Choraltradition haben ihn ebenso geprägt
wie der Eindruck des Spiels von Coleman Hawkins oder Sonny
Rollins. Seine ganz persönliche Synthese aus all diesen Einflüssen
hat ihn harte Arbeit gekostet, schien ihm aber so plausibel,
dass ihm das Unverständnis von Zeitgenossen, auch das von
Musikern und insbesondere von Veranstaltern, innere Qualen
bereitete. (...)
Die DDR-Zeit war seine Zeit. Danach (...) ist er, der langsam
und zunehmend Erkrankte, verstummt. Bei einer seiner nicht
eben häufig gewährten Konzertreisen nach dem Westen hatte
Manfred Schulze seine Jacke mit dem DDR-Reisepass irgendwo
hin- oder aus dem Zug geworfen. Das war seine Art normalen
Reagierens auf schizophrene Verhältnisse. Die Mitglieder des
Rova Saxophone Quartet feierten ihn völlig zu Recht und für
ihn überraschend als Wegbereiter und Pionier. Man muss es
wiederholen, um klar zu machen, dass es sich nicht um einen
Druckfehler handelt: das erste Manfred Schulze Bläserquintett
entstand 1969.
Bei aller Unterschiedlichkeit der hier versammelten Stücke
frappiert die Kraft, die Transparenz, die Klarheit der musikalischen
Gedanken - eine Direktheit und Zugänglichkeit, die Werke Neuer
Musik häufig vermissen lassen. |
Bert
Noglik
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